{"id":219722,"date":"1999-09-22T00:00:00","date_gmt":"1999-09-22T00:00:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"302","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lab.feuerwehr-eppelborn.de\/index.php\/1999\/09\/22\/302\/","title":{"rendered":"Beim Notruf kann wertvolle Zeit verloren gehen"},"content":{"rendered":"<p>[b]Eppelborn[\/b] (wim). Am Samstag piepsten bei den M&auml;nnern der Freiwilligen Feuerwehr Eppelborn die Einsatzmelder. Alle L&ouml;schbezirke der Gemeinde wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Etwa 200 Feuerwehrm&auml;nner r&uuml;ckten aus. Bei Wehrf&uuml;hrer Hermann-Josef Recktenwald erschien auf dem Piepser zus&auml;tzlich eine Nachricht, dass es sich um einen Gro&szlig;brand eines Objektes handelt. Um kurz nach 16 Uhr waren der erste Wagen aus dem L&ouml;schbezirk Bubach-Calmesweiler vor Ort auf dem Anwesen Alois Gro&szlig;, einem landwirtschaftlichen Gro&szlig;betrieb im Ortsteil Calmesweiler. Statt brennender H&auml;user fanden die Feuerwehrleute eine Vielzahl von Kommunalpolitikern und Zuschauern, die sich die Jahreshaupt&uuml;bung der Freiwilligen Feuerwehr ansehen wollten.<\/p>\n<p>Insgesamt 17 Fahrzeuge waren ausger&uuml;ckt, drei davon blieben als Reserve auf dem Hof der Feuerwehr stehen, falls in der Zeit der &Uuml;bung tats&auml;chlich an einer anderen Stelle ein Brand gel&ouml;scht werden m&uuml;sste. &amp;quot;Auch bei einem realen Brand, bei einem Gro&szlig;einsatz, bleiben immer ein paar Fahrzeuge in Reserve, falls ein zweiter Brand in der Gemeinde ausbrechen w&uuml;rde. Wenn man ein L&ouml;schfahrzeug aus einem laufenden Einsatz abziehen m&uuml;sste, w&uuml;rde das viel zu lange dauern&amp;quot;, erkl&auml;rt der Wehrf&uuml;hrer der Gemeinde Eppelborn.<\/p>\n<p>Bei der Jahreshaupt&uuml;bung in Calmesweiler hatten sich die Verantwortlichen einen der schwierigsten F&auml;lle der Brandbek&auml;mpfung ausgedacht, damit die Feuerwehrleute auch im Ernstfall f&uuml;r einen solchen Problemfall ger&uuml;stet w&auml;ren. Die Feuerwehr ging davon aus, dass eine Scheune des Bauernhofes in Brand geraten war, in der sich etwa 1200 Rundballen Heu und Stroh befanden. &amp;quot;Das ist enormes Brandpotential, wodurch extreme Hitze und sehr starke Rauchbildung entstehen&amp;quot;, erl&auml;utert Stephan Morbe, der stellvertretende L&ouml;schbezirksf&uuml;hrer der Feuerwehr in Bubach-Calmesweiler.<\/p>\n<p>Problematisch war die Wasserversorgung vor Ort, denn nur ein Hydrant lag in unmittelbarer Umgebung, es mussten also lange Leitungen gelegt werden zu weiteren Hydranten im Ort und zur Ill, denn nur so war eine ausreichende Wassermenge gesichert, um einen Brand diesen Ausma&szlig;es unter Kontrolle zu bringen. Bis die Schl&auml;uche zur Ill und anderen Wasserquellen verlegt waren, &uuml;berbr&uuml;ckte die Feuerwehr die Zeit mit Wasser aus den Tanks der eigenen Autos. Bei einem Wohnungsbrand w&uuml;rde diese Wassermenge ausreichen, nicht aber bei einem solchen Gro&szlig;objekt. Eine weitere Schwierigkeit ergab sich aus der Enge der Bebauung. In unmittelbarer N&auml;he zu der brennenden Scheune stehen zahlreiche weitere Geb&auml;ude. Bei einem realen Brand w&uuml;rden die Flammen nat&uuml;rlich sehr schnell auf Wohnh&auml;user und St&auml;lle &uuml;bergreifen. Im Ernstfall w&uuml;rde die Feuerwehr auch die Tiere in den St&auml;llen retten, was bei st&ouml;rrischen Rindern und Stieren nicht immer ganz einfach ist. Auf diesen Teil der &Uuml;bung verzichtete die Feuerwehr bewu&szlig;t, um nicht nach der &Uuml;bung alle Tiere wieder einfangen zu m&uuml;ssen!<\/p>\n<p>Wehrf&uuml;hrer Hermann-Josef Recktenwald sprach ein gro&szlig;es Problem bei der Brandbek&auml;mpfung an: &amp;quot;Normalerweise dauert es lediglich drei bis f&uuml;nf Minuten nach der Alarmierung &uuml;ber die Piepser, bis der erste L&ouml;schbezirk vor Ort eintrifft. Die l&auml;ngste Zeitspanne vergeht allerdings vom Anruf bis zur tats&auml;chlichen Alarmierung.&amp;quot; Grund daf&uuml;r ist die parallele Schaltung der Notrufnummern 110 und 112. Wenn ein B&uuml;rger der Gemeinde Eppelborn die 112 w&auml;hlt, um die Feuerwehr zu alarmieren, landet er zun&auml;chst einmal bei der Polizei in Lebach. Wenn dort ein ortskundiger Beamter sitzt, funkt er sofort Illingen an, die funken zu Kreisstadt Neunkirchen, von wo aus dann die Feuerwache verst&auml;ndigt wird. &amp;quot;Das kann bis zu zehn Minuten dauern und das ist eindeutig zu lange&amp;quot;, deshalb fordert der Eppelborner Wehrf&uuml;hrer eigene Leitungen f&uuml;r die Feuerwehr. Schlimmstenfalls kann ein Anruf, der in Lebach eingeht auch irrgeleitet werden und landet zun&auml;chst in Heusweiler und in Saarbr&uuml;cken. &amp;quot;Das ist schon einmal passiert. Es handelte sich um einen kleinen Wohnungsbrand, ausgel&ouml;st durch einen Brand des Fernsehers. Bis wir dort ankamen, stand bereits das ganze Haus in Flammen.&amp;quot; Auch B&uuml;rgermeister Fritz-Hermann Lutz wei&szlig; um diese Problematik: &amp;quot;Wir haben schon einiges versucht und m&uuml;ssen der Sache weiter nachgehen. Ich hoffe, dass wir das in absehbarer Zeit hinbekommen. Das Problem betrifft landesweit viele Gemeinden.&amp;quot;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[b]Eppelborn[\/b] (wim). Am Samstag piepsten bei den M&auml;nnern der Freiwilligen Feuerwehr Eppelborn die Einsatzmelder. Alle L&ouml;schbezirke der Gemeinde wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Etwa 200 Feuerwehrm&auml;nner r&uuml;ckten aus. Bei Wehrf&uuml;hrer Hermann-Josef Recktenwald erschien auf dem Piepser zus&auml;tzlich eine Nachricht, dass es sich um einen Gro&szlig;brand eines Objektes handelt. 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